Empfängnisverhütung

Empfängnisverhütung erlaubt einer Frau oder einem Paar ihre Fertilität zu kontrollieren.

Ein gynäkologisches Beratungsgespräch ist nötig, um die einzelnen Möglichkeiten der Empfängnisverhütung darzustellen und um die optimale Methode zu finden.
Es gibt folgende Möglichkeiten der Empfängnisverhütung:

Die Antibabypille

Momentan gibt es ca. 24 Versionen der Antibabypille, entweder als Kombination aus Östrogen/Progesteron oder als alleiniges Progesteron-Präparat mit unterschiedlicher Dosierung und Anwendung. Im Allgemeinen sollten folgende Hinweise bei der Einnahme der Antibabypille beachtet werden:

1) Die Pille sollte jeden Tag etwa zur gleichen Tageszeit eingenommen werden, zum Beispiel am Abend vor dem Schlafengehen. Wenn eine Pille vergessen wird, sollte sie so schnell wie möglich innerhalb der nächsten 24 Stunden eingenommen werden. Wenn also die Pille am Abend vergessen wurde, sollte sie am nächsten Morgen eingenommen werden, um einen wirkungsvollen Empfängnisschutz zu gewährleisten. Wenn der Abstand mehr als 36 Stunden zwischen zwei Pilleneinnahmen beträgt, sollten zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen ergriffen werden, wie der Gebrauch von Kondom.

2)Durchfall und Erbrechen bei Pilleneinnahme kann, wie die zusätzliche Einnahme von anderen Medikamenten, zum Beispiel bestimmten Antibiotika, die empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigen.
Um die korrekte Anwendung der Pille sicherzustellen, sollte der Beipackzettel sorgfältig durchgelesen werden.

3) Frauen mit Hautproblemen können von der Einnahme bestimmter Pillenpräparate profitieren, andere hingegen, zum Beispiel Frauen mit Übergewicht oder stillende Frauen, sollten spezielle Pillen einnehmen. Des weiteren sollten Risikofaktoren, wie Blutgerinnungsanomalien oder Lebererkrankungen ausgeschlossen werden. Bevor die Pille verschrieben wird, ist deshalb ein gründliches Beratungsgespräch notwendig.

NuvaRing – eine neue Methode der Verhütung

Eine neue Art der Verhütung besteht aus einem flexiblen Hormonring, der in die Scheide eingefuhrt wird. Während seiner Verweildauer von 21 Tagen gibt er kontinuierlich eine Östrogen-Gestagen Dosis ab, die dieselbe Sicherheit wie die Pille besitzt. Die Anwenderin fuhrt den Ring am zweiten oder dritten Menstruationstag in das Scheidengewolbe ein. Der Ring wird normalerweise nicht wahrgenommen, kann aber fur einen Zeitraum von 2 Stunden entfernt werden.
Der Vorteil besteht in der auf das Becken beschränkten lokalen Wirkung. Da das Präperat nicht den Magen-Darm-Trakt passiert, wird es besser vertragen, die im Korper zirkulierende Hormonmenge niedriger.
Nach 21 Tagen wird der Ring entfernt und in der einwochigen Therapiepause kommt es zur Abbruchblutung , wie unter der klassischen Pilleneinahme.

Das Verhütungspflaster

Es ist mit einem Östrogen-Gestagen-Gemisch imprägniert, das eine transdermale Empfängnisverhutung erlaubt. Uber einen Zeitraum von 21 Tagen wird es zweimal, somit wochentlich gewechselt und erlaubt in der anwendungsfreien, vierten Woche eine Abbruchblutung.
Vom zeitlichen Schema ist es somit der „Pille“ identisch.
Das Pflaster wird vorzugsweise am Oberarm getragen und stort nicht beim Sport oder Baden. Die transdermale Anwendung schont die Leber und wird nicht durch Erbrechen und Durchfall kompromitiert.
Das Verhütungspflaster hat dieselbe Sicherheit wie die klassische Pille.

IUP oder „Spirale“

Das IUP ( Intrauterinpessar ) ist eine der ältesten Methoden der Empfängnisverhütung, die bereits im alten Ägypten Anwendung fand. Grundsätzlich verhindert das IUP die Befruchtung und die Einnistung des Embryos. Heutzutage wird das IUP entweder mit Kupferdraht umwickelt oder mit Progesteron bedeckt und ändert so die biochemische Beschaffenheit der Gebärmutterhöhle.
Das Progesteron-IUP hat außerdem noch einen anderen wichtigen Vorteil: Es stabilisiert das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) und kann so für Frauen, die unter heftigen oder häufigen Blutungen leiden, von Vorteil sein.
Das IUP ist jedoch nicht für alle Frauen geeignet und so ist ein gründliches Beratungsgespräch notwendig, in dem die einzelnen individuellen Faktoren in Erwägung gezogen werden.
GyneFix besteht aus einem Kupferfaden der in der Gebärmutter ähnlich der klassischen Spirale für 5 Jahre Verhütung sichert. Das Legen von Gynefix ist einfacher, da es kleiner als die traditionelle Spirale ist.

Kondom

Auch das Kondom wurde schon in früheren Kulturen benutzt. Es wurde aus dem Darmgewebe von Tieren hergestellt.
Heute ist die Kondomproduktion standardisiert und stellt eine hohe Zuverlässigkeit des Empfängnisschutzes dar.
Dennoch muss ein Kondom vor dem Geschlechtsverkehr richtig angepasst werden und kann während des Geschlechtsverkehrs reißen oder abrutschen. Heutzutage wird das Kondom besonders zum Schutz vor Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten, wie z. B. HIV, empfohlen.

Hormonimplantat

Diese vergleichsweise neue Methode der Empfängnisverhütung besteht aus einem kleinen Stäbchen, das Progesteron absondert. Es wird direkt unter die Haut des Armes gelegt („implantiert“) und kann dort bis zu 3 Jahren verbleiben. Die kontinuierliche Hormonabsonderung führt dazu, dass die Gebärmutterschleimhaut dünn bleibt und ein dichter Schleim im Gebärmutterhals den Zugang des Spermas verhindert. Durch das dünne Endometrium ist die Menstruation oft sehr leicht und in manchen Fällen verschwindet sie sogar ganz. Das Hormonimplantat kann jederzeit entfernt werden und die Fruchtbarkeit wird wiederhergestellt.

Injektionen

Die Drei-Monats-Spritze (Injektion von Progesteron) gibt es schon seit einigen Jahren. Ihre Wirkungsweise entspricht der des Hormonimplantats.

IUB Intrauterin Ball oder Kupferperlenball

Ähnlich einer Perlenkette sind eine Reihe von Kupferkügelchen an einem Faden aufgereiht. Dieser zieht sich nach Einführen in die Gebärmutterhöhle zu einem Ball zusammen und hat dieselbe kontazeptive Sicherheit wie die klassische Spirale. Das Einsetzen ist schmerzlos und es besteht kein Risiko der Gebärmutterperforation wie bei der Spirale.

Natürliche Methoden

Natürliche Methoden der Empfängnisverhütung gibt es seit es die Sexualität gibt. Sie bestehen zum Beispiel aus Coitus interruptus (der Geschlechtsverkehr wird vor der Ejakulation unterbrochen ) oder Messung der Basaltemperatur, um die fruchtbaren Tage des Zyklus zu bestimmen. Diese Methoden sind weniger zuverlässig, wie sie aus dem Pearl-Index ersehen können.