Infertilität

Ungefähr 15-20% der Bevölkerung sind ungewollt kinderlos. Dies ist teilweise durch späte Familiengründung bedingt. Mit zunehmendem Alter nimmt die Fruchtbarkeit, insbesondere bei der Frau, schon ab Mitte dreißig, ab. Weitere Faktoren sind Erkrankungen und Umwelteinflüsse, wie Streß oder Umweltverschmutzung.

Ungefähr 30% der Grűnde für Infertilität liegen bei den Frauen, weitere 30% bei ihren Partnern. Faktoren, die beide betreffen finden sich bei einem weiteren Drittel. In 10 % der Fälle lässt sich keine Diagnose stellen.

Weibliche Unfruchtbarkeit

Ein Eileiterverschluss ist in ca. 20% der Fälle die Ursache der weiblichen Unfruchtbarkeit. Die Eileiter sind kleine und empfindliche Organe, die die Eizelle, welche während des Eisprungs freigegeben wird, aufnehemn. In ihnen findet die Befruchtung mit der Samenzelle statt. Der Embryo wird dann zur Gebärmutterhöhle transportiert, wo er sich einnisten kann.
Vorausgegangene Operationen im Unterbauch oder Entzündungen, wie zum Beispiel eine Eileiterentzündung (engl. Pelvic Inflammatory disease = PID), sowie eine Chlamydieninfektion, können zum Verschluß der Eileiter führen.

Zu den anderen Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit zählt auch Hormonmangel. Dieser kann einen Eisprung verhindern und/oder unzureichende Bedingungen für eine Einnistung des Embryos in der Gebärmutter schaffen, wie zum Beispiel ungenügender Aufbau des Endometriums (Gebärmutterschleimhaut). Weitere Gründe können frühere Gebärmutterentzündung, Fibrome der Gebärmutter, Endometriose oder immunologische Erkrankungen sein.

Männliche Unfruchtbarkeit

Männliche Unfruchtbarkeit ist ein zunehmendes Problem. Ursache hierfür sind, ebenso wie bei den Frauen, häufig bestimmte Lebensgewohnheiten, wie Rauchen oder Promiskuität und Umweltfaktoren, wie zum Beispiel Smog.
Als weitere mögliche Gründe für männliche Unfruchtbarkeit sind zu nennen: Varicozele (Krampfadern am Hoden) und Infektionen.
Bei Männern sind Hormonstörungen selten, können aber eine verminderte oder fehlende Spermienproduktion verursachen.

Ist Fruchtbarkeit messbar?

Etwa ab dem 35. Lebensjahr nimmt die Fruchtbarkeit bei der Frau allmählich ab. Das haben empirische Untersuchungen erwiesen. Die individuellen Unterschiede sind jedoch erheblich: Manche Frauen haben bereits mit Mitte Dreißig Schwierigkeiten zu empfangen, andere hingegen werden noch mit Ende Vierzig spontan schwanger.

Im Rahmen eines umfangreichen Fertilitätschecks können Frauen, genauere Informationen über ihre Fruchtbarkeit erhalten. Dieser Check umfasst die Zählung der Antralfollikel der Eierstöcke mittels Ultraschall und die Bestimmung des Anti-Müller-Hormons. Zur Anamnese gehört ferner der Ausschluss von Erkrankungen, die eine Empfängnis erheblich erschweren, z. B. Endometriose

Allen Frauen über Dreißig, die eine Schwangerschaft erst zu einem späteren Zeitpunkt anstreben, aber auch Frauen über 35 Jahren mit noch unerfülltem Kinderwunsch, geben die Untersuchungen im Rahmen des Fertilitätschecks wertvolle Informationen und eine wichtige Orientierungshilfe bei der individuellen Familienplanung.

Untersuchungen

Einige Untersuchungen sind Standard Programm, andere werden nach individuellen Erfordernissen verschrieben.
Es folgt eine Liste der zu erwartenden Etappen bei Ihrer Visite im Margherita Medical Center:

  • vollständige Krankengeschichte
  • körperliche Untersuchung
  • Blutabnahme zur Bestimmung der Hormone und des Immunstatus
  • Ultraschall
  • Diagnostische Eingriffe, wie z.B.
  1.  Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung),
  2.  Laparoskopie (Bauchspiegelung),
  3.  Hysterosalpingographie oder HSG (Eileiterdurchgängigkeitstest)
  • Untersuchung des Samens
  • Karyotypisierung ( Bestimmung der Chromosomen )

Assistierte Befruchtung

Das Margherita Medical Center bietet modernste Techniken, angefangen von der einfachen Überwachung des Zyklus, Stimulation der Eierstöcke, Intrauterine Insemination bis hin zur IVF/ICSI . Die Entwicklung bis zur Blastozyste ist in einigen Fällen mőglich.

Falls in der Familienanamnese genetische Erkrankungen bekannt sind, können wir mit Hilfe der genetischen Präimplantationsdiagnostik (PGD/PID) am frühen Embryo chromosomale Anomalien aufdecken.
Bei frühzeitiger Menopause ist die Behandlung mit Eizellspende möglich.

Zyklus-Überwachung: Erfolgt mit Hilfe von Ultraschall und Hormonbestimmungen im Blut.
Dies erlaubt die Eizellentwicklung und Reifung zu überwachen.

Eierstock-Stimulation: In einem natürlichen Zyklus reift im Durchschnitt eine einzige Eizelle heran.
Durch die Gabe von Hormonen können mehere Eizellen gleichzeitig zur Reifung gebracht werden. Dies ist erwünscht bei einem Zyklus zur Insemination oder im IVF-Programm.

Eizellgewinnung: Die Eizellen werden durch die Scheide, unter Narkose, gewonnen, um sie dann im Rahmen der IVF mit oder ohne ICSI zu verwenden.

Konventionelle IVF: Hierunter versteht man das Zusammenbringen von Ei und Samenzelle in einer Glasschale. Die Befruchtung erfolgt dann spontan und erlaubt hiernach die Entwicklung zum Embryo.

IVF
 Stimulated ovary with several follicles containing oocytes
 Transvaginal aspiration of oocytes
 Oocytes exposed to sperm in test tube
 24 hours later: fertilised oocyte
 48 hours later: 4 cell stage embryo
 Embryotransfer

ICSI: Die Injektion eines einzelnen Spermiums, direkt in die Eizelle, ist eine kontrollierte Befruchtung. Mit dieser Technik kann man so die meisten Formen der männlichen Unfruchtbarkeit überwinden.
Die Abkürzung steht fur intra-cytoplasmatic-sperminjection.

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PESA/TESA: Dies sind beides Techniken, um Spermien zu gewinnen, entweder direkt aus den Hoden oder aus dem Nebenhoden.
PESA ist die Abkürzung für percutaneous-epidydimal-spermextraction und TESA steht für testicular-extraction of sperm.
Diese Techniken können angewandt werden, wenn aus dem Ejakulat keine Samenzellen gewonnen werden können.

Embryonen Transfer: Sie wird durchgeführt, nachdem sich die befruchteten Eizellen zu Embryonen entwickelt haben. Die Embryonen werden mit einem dünnen und flexiblen Katheter in die Gebärmutterhöhle übertragen.Diese Übertragung ist im Allgemeinen schmerzlos und benötigt deshalb keine Narkose. Frühestens 14 Tage nach dem Embryonentransfer kann ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Embryonen Implantation: Die Embryoeinnistung in das Endometrium wird wie in der Natur mit Hilfe von Progesteron unterstützt und hängt nicht von körperlicher Aktivität ab. Trotzdem empfehlen wir den Frauen ein „normales“ Leben zu führen und unnötigen Streß zu vermeiden.

Assisted Hatching (Bebrütung): Es handelt sich um eine Technik, die die Entwicklung der Embryonen unterstützt und den Einnistungsvorgang verbessert.
In manchen Fällen lőst sich eine Schutzschicht des Embryos, die zona pellucida genannt wird, nicht auf und verhindert eine korrekte Einnistung des Embryos in das Endometrium. Assisted Hatching kann mittels chemischer oder physikalischer Behandlung ebendiese Schutzschicht durchlässiger machen.

Clicca per ingrandire Hatching

Einfrieren von Embryonen Kryokonservierung

Embryonen, die nicht für einen Transfer verwendet werden, können für zukünftige Behandlungen eingefroren und gelagert werden. Eine wiederholte Eierstocksstimulation kann somit vermieden werden.

Einfrieren von Eizellen (Social freezing)

Das Einfrieren und Lagern von Gewebe aus Eierstöcken, beziehungsweise gereiften Eizellen, stellt bei manchen Erkrankungen sowie onkologischer Behandlung die einzige Möglichkeit dar, um die Fruchtbarkeit zu erhalten. Auch andere private oder professionelle Gründe eine Schwangerschaft zu einem späteren Zeitpunkt zu planen können von der oben genannten  Technik  profitieren. Sie erlaubt den Erhalt der Fruchtbarkeit zum Zeitpunkt der Eizellentnahme.

Prä-Implantations Diagnose

PID oder auch Präimplantation-Genetic-Diagnosing (PGD) im amerikanischen Sprachraum, ist ein Diagnoseverfahren am frühen Embryo, vor der Ubertragung in die Gebärmutterhöhle.
Die Entnahme einer Zelle im 6-8 Zell-Stadium, am dritten Tag nach Befruchtung, ermöglicht die Untersuchung auf genetische Erkrankungen.
Mit unterschiedlichen Verfahren können die Anzahl der Chromosomen, sowie einzelne Gene auf diesen geprüft werden. Die häufigste chromosomale Anomalie, das Down Syndrom, aber auch die seltene genetische Erkrankung der Mukoviszidose, können so frühzeitig entdeckt werden.
Bei entsprechender Familienanamnese oder sonstigen persönlichen Risikofaktoren werden erkrankte Embryos von vornherein von einem Transfer ausgeschlossen.
Damit erübrigt sich eine Chromosomenanalyse, wie z.B. die Amniozentese, in der Schwangerschaft.

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Eizellspende

Die Eizellspenderin muss sich einer ovariellen Stimulation unterziehen, um Eizellen zu produzieren. Diese können dann im IVF mit dem Sperma des Ehemanns des Empfängerpaares befruchtet werden.
Nur Frauen unter 35 Jahren, die bereits Kinder haben, eignen sich als Eizellspenderin. Vor der Behandlung werden die Spenderinnen sorgfältig untersucht und nach den äußerlichen Merkmalen des Empfängerpaares ausgewählt.

Das Paar

Das Empfängerpaar muß sich ebenfalls einer medizinischen Untersuchung unterziehen. Eine psychologische Beratung wird generell empfohlen. Dies soll insbesondere dem besseren Verständnis der emotionalen und sozialen Konsequenzen einer erfolgreichen Behandlung dienen. Normalerweise ist die Eizellspende anonym, aber in manchen Fällen kann eine weibliche Verwandte als Eizellspenderin ausgewählt werden. Im letzteren Falle ist es vorgeschrieben, dass sich alle Beteiligten einer psychologischen Beratung unterziehen.

Erfolgsrate

Eine Schwangerschaft hängt von verschiedenen Faktoren ab. Diese sind die Art der Infertilität, Erkrankungen, das Alter der Frau und die gewählte Technik der Behandlung.
Im Allgemeinen liegt die Schwangerschftsrate bei etwa 40% für Frauen zwischen 20-35 Jahren, die sich einem IVF-Zyklus mit einem Transfer von drei Embryonen unterziehen. Dieser Prozentsatz vermindert sich mit dem steigendem Alter der Frau. Ein Transfer von weniger als drei Embryonen vermindert die Erfolgsaussichten, aber auch das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft .
Derzeit liegt das Vorkommen einer Mehrlingsschwangerschaft bei Ubertragung von drei Embryonen bei ca. 15% der erfolgten Schwangerschaften
Fehlgeburten ereignen sich mit ähnlicher Häufigkeit wie in natürlichen Schwangerschaften, vor allem im ersten Trimester.

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Wie geht es weiter?

Für Terminwünsche wenden Sie sich bitte telefonsich an uns.

Zu Ihrem Termin sollten sie nach Möglichkeit Ihren Partner mitbringen.Alle relevanten Unterlagen Ihrer Krankengeschichte sind von Interesse. Die Frau sollte sich auf eine komplette gynäkologische Untersuchung vorbereiten. Der Mann wird gebeten, eine Samenprobe abzugeben.

Ihr Beratungsgespräch ist streng vertraulich und obwohl es hilfreich sein könnte, dass Ihr Hausarzt über Ihre Behandlung informiert ist, wird das nur mit Ihrem Einverständnis geschehen.

Lesen Sie den Artikel Habitueller Abort und IVF-Misserfolg.